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01 christliche Geschichte
 

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Geschichte der Christen: Bild einer betenden Christin - 3. Jahrhundert nach Christus  
Bild einer betenden Christin -
3. Jahrhundert nach Christus
 


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Bilder-Material: Bilder-Archive

Die Geschichte des Christentums wird nicht selten sehr einseitig betrachtet ...


Mich stören Geschichtsdarstellungen, welche aus Bequemlichkeit heraus die Entstehung des Christentums immer wieder auf alte, längst überholte Lehrformeln verkürzten. Es wird im Allgemeinen [etwa durch Schulen oder  Medien] nicht der geringste Versuch unternommen, das viele Halbwissen wenigstens annähernd zu korrigieren - Halbwahrheiten sind:

1. Jesus, eine Art jüdischer Guru [vielleicht auch ein Essener, Essäer -religiöse Gruppe im antiken Judentum],  vereinigte um sich ein Gruppe von Schülern, Männer und Frauen, aus denen nach seiner Hinrichtung auf regionaler Ebene die religiöse Sekte der Nazarener entstand.
[Jesus als geschichtliche Person war einzigartig. Doch es wurde ständig versucht, ihn in das Schubladendenken der jeweiligen weltanschaulichen Mode einzufügen. Beispiele unten im Text]

2. Der bekannte Jesus-Apostel Paulus modifizierte die Jesus-Lehre theologisch zu einer Weltreligion und missionierte durch seine zahlreichen Reisen die antike Welt. Die Christen breiteten sich mit der Paulus-Mission rasant im römischen Imperium aus. [richtiger ist: das Christentum hatte sich schon Jahre vor Paulus durch römische Soldaten und jüdische Händler in der Welt verbreitet, und die ersten Christen gehen auf die direkte "Missionierung" Jesu zurück.]

3. Wer ein gutes Allgemeinwissen hat, der kennt recht viel geschichtliches Hintergrundwissen aus der Zeit Jesu. Dann kommt häufig eine Weile nichts, und dann weiß man vielleicht wieder etwas über den Kaiser Konstantin. [Konstantin machte das Christentum zur Staatsreligion im Römischen Reich]. Dann überspringt unsere geschichtliche Wahrnehmung meist wieder einige Jahrhunderte und setzt im Mittelalter ein. Die vorherrschende  Meinung besteht dabei nur darin, dass die Kirche in jener Zeit ihre Macht durch die Inquisition festigte und Andersdenkende auf dem Scheiterhaufen verbrannte ... das sind alles Halbwahrheiten ... [hierzu etwa ein aufklärendes Buch: Kurzgefasste Verteidigung der Heiligen Inquisition von Hans Conrad Zander, 2007 >> Rezension]

Sehr wenig weiß der Allgemeingebildete aber über die Zeit der frühen Christenheit. Er weiß nicht um die Buntheit und Vielfältigkeit des christlichen Lebens der ersten Christengenerationen, obwohl geschichtliches Material aus jener Zeit genügend vorhanden ist.
Wer etwa hat schon mal die geistesscharfen Homilien des Origenes (185-254) gelesen ... also Gedanken, von einem Kirchenmann, welcher der großartigste Theologe aller Zeiten gewesen sein soll ... ?


 
 
 



 
 
 
 

01 schristliche geschichte
 

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 1. Der Stand der Dinge
■ Irgendwie, wer weiß warum, ist jene Zeit, in der sich das junge Christentum in der antiken Welt ausbreitete, ein weißer Flecken in unserm Geschichtsbild. Trotz dieser hochinteressanten Kirchengeschichte ist diese Zeit der ersten christlichen Gemeinden in unserer "christlichen Gesellschaft" kaum thematisiert worden. Diese Zeitgeschichte war es anscheinend nicht wert, um sie so gut zu vermarkten, wie etwa die Zeitabschnitte der Kirche im Mittelalter oder die Zeit Jesu.

■Doch nun haben Andere dieses Terrain besetzt: der Journalismus in Zeitung und Fernsehen. Dort kommt es bekanntlich nicht immer drauf an, dass objektive wissenschaftliche Erkenntnisse vermittelt werden.
Drei Beiträge aus dem Jahr 2008 will ich hier kurz erwähnen:

 Der Spiegel: 13/2008 "Als Jesus noch ein Guru war". Dieses Heft wurde gut verkauft - ein Zeichen, das so etwas die Leute schon interessiert. Die These von Rudolf Augstein lautet in ihrer Art so: "die Christen aus den Unterschichten haben sich wie die Kaninchen vermehrt und so ihre Religion ausgebreitet. Den luxusverwöhnten, heidnischen Römern ging es damals so, wie es uns heute schon prognostiziert wird ... sie bekamen keine Kinder mehr und starben aus." Das christliche Medienmagazin pro meinte hierzu: >> Als „Sturmgeschütz der Demokratie“ wollte „Spiegel“-Gründer Rudolf Augstein sein Magazin verstanden wissen. In schöner Regelmäßigkeit, meist zu Weihnachten und Ostern, wird der „Spiegel“ auch zum „Sturmgeschütz der historisch-kritischen Theologie“ – in der aktuellen Ausgabe wieder.<<




 Focus, Nr. 52 vom 22. Dezember 2008 "Jesus und die Geschichte des Ur-Christentums, Neue Thesen, Faszinierende Funde, Historische Tatsachen" etwas lässig geschrieben ... aber es ist mal eine recht gute Zusammenfassung über den aktuellen Stand der kritischen Geschichtsbetrachtungen in Bezug auf das frühe Christentum. Am Ende muss man sagen, die Kritiker haben momentan nix außergewöhnlich Neues anzubieten ... also keine neuen Thesen, faszinierende Funde und historische Tatsachen ...


 arte [Fernsehen] im mehren Teilen "Die Apokalypse" 20. Dezember 2008 um 21.00 Uhr, Frankreich, 2007, 51mn, ARTE F, Regie: Gérard Mordillat, Jérôme Prieur

■ In der Programmbeschreibung heißt es >>Nach "Corpus Christi" und "Die Geburt des Christentums" setzen Gérard Mordillat und Jérôme Prieur ihre historische Forschungsreise durch das Neue Testament fort. Dessen letztes Buch, die Offenbarung des Evangelisten Johannes wird auch "Die Apokalypse" genannt. Die Reihe beschreibt die Entwicklung des Christentums im Römischen Reich zwischen dem ersten und fünften Jahrhundert nach Christus und macht deutlich, warum das Christentum von einer kleinen jüdischen Sekte zur Staatsreligion des Römischen Reiches avancieren konnte. Die elfte Folge der Dokumentationsreihe sucht nach der wahren Stunde Null des Christentums.<<

■ Und es werden Fragen gestellt: >>Wann schlug eigentlich die wahre Geburtsstunde des Christentums? War es am Tag der Geburt Jesu oder im Jahr seiner Kreuzigung? Mit dem Entstehen des ersten gemischt jüdisch-heidnischen Gemeinwesens oder mit der Bekehrung Konstantins? Als Kaiser Theodosius das Christentum offiziell zur römischen Staatsreligion erklärte oder zu einem ganz anderen Zeitpunkt? Das ist eine Frage, die der elfte Teil der Dokumentationsreihe zu beantworten sucht. Außerdem geht es um die Maßnahmen, die Kaiser Theodosius ergriff, um das Christentum als Staatsreligion durchzusetzen und um die Frage, ob die Bürger Roms die neue Religion freiwillig annahmen. Und wer stellte eigentlich die größte Bedrohung für die Christen dar, die Juden oder die Häretiker?<<
[Text, Quelle: arte, Programmvorschau]

■ Die Fragen werden von verschiedenen Wissenschaftlern unterschiedlich beantwortet. Um die Antworten richtig einordnen zu können, braucht der Fernsehzuschauer aber schon ein gewisses Hintergrundwissen. Grob gesagt, war es ein guter Einblick in das Spezialwissen heutiger Geschichtswissenschaft, die immer wieder neu erarbeitet werden muss. Aber dazu gehört das Studium unzähliger Texte und Geschichtsquellen aus jener Zeit, die sich jeder einzelne Wissenschaftler immer wieder neu erlesen muss.

 
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ak. 13.10.2011
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